Kommunalnetzausschreibung 2012

Ausschreibung des Kommunalnetzes in Rheinland Pfalz (kNRP)

 

Alle Jahre wieder, so heißt es auch bei den wichtigsten Infrastrukturvorgaben für zentrale kommunale IT-Verfahren. Die aktuelle Betriebsphase des Trägernetzes der Kommunen in Rheinland-Pfalz nähert sich dem Ende. Zuletzt hatte KommWis bereits im Jahre 2006 für die 236 kommunalen Verwaltungen in Rheinland Pfalz die Implementierung und den Betrieb des Kommunalnetzes ausgeschrieben. Dieses Wide Area Network (WAN) wird seither von British Telekom bereitgestellt und sorgt  für den reibungslosen und sicheren Datenverkehr zwischen den Kommunen. Technische Basis dieser exklusiv bereitgestellten Infrastruktur, ist ein landesweites MPLS-Netz. Zusätzlich wird innerhalb des Stadtbezirkes Mainz ein eigenes hochperformantes Stadtnetz (MAN) inkl. der notwendigen Kopplungspunkte betrieben. In dieses MAN sind die insbesondere die zentralen Diensteanbieter (LDI, KDZ, KommWis und die komm. Spitzenverbände) integriert.

Das WAN dient dem Betrieb kommunaler Anwendungen, insbesondere dem Verfahren für das Meldewesen (EWOISneu), dem KFZ-Zulassungswesen und weiterer Verfahren mit landesweitem Bezug. Da alle Optionen zur Verlängerung des Betriebes ausgeschöpft sind, muss aufgrund auslaufender Verträge nun neu ausgeschrieben werden. Unter Federführung der KommWis und Einbindung des Netzbeirates aus den Kommunen,  ist ein umfassendes Pflichtenheft erstellt worden,  in dem alle erforderlichen Bandbreitenvorgaben und die maßgeblichen technischen Weiterentwicklungen eingeflossen sind. Die Leistungsbeschreibung berücksichtigt die steigenden Anforderungen an die künftigen Bandbreiten, sowie die notwendigen Mechanismen zur Sicherstellung der erforderlichen Service-Levels. Gerade die Sicherstellung des BSI-Grundschutzes, die hohe Verfügbarkeit und die für den Betrieb erforderliche Reaktionszeiten unterscheiden im besonderen Maße dieses Netz von anderen öffentlichen Netzwerken.

Im Rahmen des Vergabeverfahrens wird die Lieferung von Mietleitungen, die Bereitstellung der erforderlichen Hard-  und Softwarekomponenten, die Implementierung und der Betrieb einer exklusiv nutzbaren WAN-IP-Netzinfrastruktur inkl. notwendiger Verschlüsselungskomponenten für Rheinland Pfalz ausgeschrieben.

Das derzeitige kNRP soll funktional bezogen auf die verfügbaren Dienste grundsätzlich erhalten bleiben. Es wird lediglich eine Optimierung der Netzinfrastruktur bzw. Topologie im Bereich des Zugangs zum Netz (Access) als auch ein Technologie-Refresh aller Hardware-Komponenten gefordert.

Das Vergabeverfahren „kNRP 2012“ wird als Verhandlungsverfahren mit vorgeschaltetem öffentlichem Teilnahmewettbewerb entsprechend den Regelungen der VOL/A für EU-weite Verfahren durchgeführt. Es findet also ein zweistufiges Verfahren statt. Im ersten Abschnitt des Verfahrens, im Teilnahmewettbewerb, werden die Bewerber auf ihre Eignung hin überprüft. Es handelt sich hierbei um einen Auswahlprozess, bei dem die Grundanforderungen an Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Bewerber durch geeignete Referenzen und weitergehende Vergabeunterlagen zu belegen sind.

Nach erfolgreicher Durchführung des Teilnahmewettbewerbes fordert KommWis die Bewerber zur konkreten Angebotsabgabe auf.

Das Verhandlungsverfahren ist im zweiten Abschnitt, der Vergabeverhandlung, ein „dialogorientierter Prozess“. Hierbei werden Gespräche mit den Bietern zum Auftragsgegenstand geführt. Die Bieter stellen technische Lösungskonzepte vor, die ggf. auch in diesem Stadium noch gemeinsam fortentwickelt werden können.

Die Zuschlagserteilung zugunsten eines Bieters wird voraussichtlich Anfang September 2011 erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt unterrichtet KommWis alle Kommunen auch über die Ausschreibungsergebnisse.

Das Betriebskonzept sieht vor, dass im Anschluss an die Vergabeentscheidung mit der Planung und Implementierung der ersten Komponenten bzw. Standortanschlüssen begonnen wird. Nach einer erfolgreichen Abnahme von 6 Pilotstandorten beginnt der eigentliche Migrationszeitraum. Die Migration auf das kNRP 2012 soll bis zum 31.03.2012 abgeschlossen sein.

Wir erwarten, dass gerade neue Hostingangebote der Rechenzentren, in den nächsten Jahren höhere Bandbreiten erfordern werden. Wie auch in der Vergangenheit bereits gefordert, muss der Anbieter die sich daraus ergebenden notwendigen Bandbreiten beistellen können.

KommWis überwacht auch in Zukunft durch geeignete Messwerkzeuge die vereinbarten Service-Level-Agreements (SLA´s). Gerade diese Überwachung hat sich in der Vergangenheit als wirksames Instrument für ein hochverfügbares Netz bewährt.

Bewährt hat sich ebenfalls die direkte Kopplung der Ticketsysteme von Dienstleister und KommWis. Störungen werden so automatisch an den Provider gemeldet und von diesem bestätigt. Die Entstörung wird auf diesem Weg also unmittelbar beauftragt und ausgelöst. Die Kopplung der Ticketsysteme soll aufgrund der guten Erfahrungen erhalten bleiben. Allerdings muss hier in der „Disziplin“ der Verwaltungen nachgebessert werden. Nichtangekündigte Wartungsarbeiten, bei denen die Geräte des Dienstleisters betroffen sind, lösen unmittelbar vermeidbaren Aufwand zur Entstörung beim Provider und KommWis aus.

Funktional sollen auch die Übergänge zur staatlichen Infrastruktur (rlp-Netz) und zum DOI-Netz (Deutschland Online Infrastructure, löste das Testa-D-Netz ab) erhalten bleiben, um so weiterhin die Services der Landes- und Bundesbehörden zu erreichen.

 

Einfügen – Zeichnung  Neues knrp-2012

Clemens Laubenstein

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